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Let’s talk about sustainability: SEA ME

Selbstverständlich Mehrweg

MAKE A DIFFERENCE – das ist der Slogan von SEA ME. Da dem Hamburger Label die Umwelt und vor allem das Meer am Herzen liegen, haben sie ein Mehrwegsystem für Pflege- und Reinigungsmittel ins Leben gerufen. Ziemlich cool, oder? Wir haben mal einen Blick hinter die Kulissen geworfen:

Interview mit Lars Buck, dem Gründer von SEA ME

Was verbindet euch mit dem Meer?

Zuallererst kommen wir aus Hamburg und sind daher schon immer mit Nord- und Ostsee verbunden. Viele Menschen aus Norddeutschland werden nachvollziehen können, dass ich das Meer als einen Ruhepol mit gewaltigen Kräften schätze. Die Meere spielen eine essenzielle Rolle in der Entwicklung unseres Klimas und sind Lebensraum und Nährquelle für unzählige Lebewesen. Dennoch führt der aktuelle Lebensstil von uns Menschen dazu, dass wir das Meer gleichzeitig nicht nur überfischen, sondern leider auch mit Einwegplastikmüll in gigantischem Ausmaß vermüllen – so sehr, dass der Lebensraum zunehmend in Gefahr gerät und wir mit Mikroplastik in unseren Gewässern eine Bedrohung geschaffen haben, deren Ausmaß wir noch nicht greifen können. Mit SEA ME zeigen wir, dass es möglich ist, durch den Einsatz von Mehrwegsystemen Zero Waste zu realisieren und die Menge an Einwegmüll zu reduzieren und aus den Meeren fernzuhalten.

Erzählt doch mal: Wer steckt hinter SEA ME und wie entstand die Idee zu der Brand?

Es war irgendwann im Sommer 2019. Zu der Zeit war „Fridays for Future“ ein großes Thema und ich hatte mit meiner kleinen Tochter immer wieder über Umweltschutz gesprochen. Mein Blick fiel während dem Duschen auf die vielen Plastikverpackungen in unserem Badezimmer – und später auch in der Küche. Ich suchte vergeblich nach Alternativen, die einem im täglichen Gebrauch nicht einschränken. Als Schüler hatte ich bereits einen Ferienjob im Leergut Lager eines Supermarktes und so sponn ich die Idee weiter: „Warum nicht selbst Handseife, Spülmittel etc. in Mehrwegflaschen abfüllen?“.

Meine Familie war von der Idee begeistert und so reifte das Ganze. Recherchen zum Thema Verpackungsmüll haben mir immer stärker die Augen geöffnet. Um Plastikflaschen, Folien und Tüten beim Supermarkteinkauf kommt man einfach kaum herum. Der Wille ist oft da – aber die Produkte dazu fehlen. Recycling ist nicht länger nur ein Öko-Thema, es ist im Mainstream angekommen. So fing ich an zu recherchieren und das Puzzle zusammenzubauen.

Was war die größte Herausforderung bei der Gründung von SEA ME?

Die größte Hürde ist es, Ressourcen und Rohstoffe in eine komplette Wertschöpfungskette zu integrieren und den Systemgedanken der Kreislaufwirtschaft zu realisieren. In unserem Ansatz bringen wir Glasproduzenten, Waschstraße, Pfandautomatenbetreiber, Handel und Endkunden zusammen, um an der gleichen Zielsetzung zu arbeiten: Einwegverpackungen ersetzen und Rohstoffe immer wieder zu benutzen.
Das klingt toll, wollen auch alle, im Detail aber alle Partner soweit zu gewinnen, dass sie ihr eigenes, gewohntes Handlungsbild anpassen, ist nicht nur von SEA ME die Herausforderung  sondern tatsächlich unserer Zeit. Waren die Handelspartner anfangs zögerlich, ob der ungewohnten Logistik, so haben wir gezeigt, dass der Mehrwegkreislauf durch uns reibungslos klappt. Das könnte auch die Türen für andere Produkte öffnen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für euch?

Wir sehen SEA ME als Beitrag zur Circular Economy von morgen, der Wirtschaftsform in der Ressourcen in Kreisläufen zirkulieren und nicht als Müll „entsorgt“ werden. Wir beweisen, dass der Ansatz der Wiederverwertung von Gefäßen durch Reinigung statt Vernichtung und Aufbereitung auch für Kosmetik und Reinigungsprodukte möglich ist.

Wie setzt ihr das Thema Nachhaltigkeit privat um?

Im Team SEA ME setze wir uns auf jeglicher Ebene mit nachhaltigeren Lebensstilen auseinander. Anreise zur Arbeit mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln, weniger Flüge, mehr Videokonferenz und Reisen per Bahn, pflanzliche Ernährung, Beteiligung an Clean-Ups, Nutzung von Mehrwegverpackungen beim Mittagessen, stetes Probieren von neuen Marken und Produkten, die wie SEA ME Alternativen zum bisherigen Konsummodel anbieten sind alles Teil der Alltage von SEA ME-Mitarbeitern. Wie zuvor gesagt, geht es aus unserer Sicht dabei nicht darum, ab sofort alles perfekt zu machen, was Stand heute gerade zu unmöglich wirkt, sondern anzufangen und nach und nach den eigenen Lebensstil im Sinne der Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.

Und in eurem Unternehmen?

Ressourcen sind endlich, nicht unendlich wie zu Beginn unserer heutigen Gesellschaftsform angenommen. Vor dem Hintergrund zunehmend knapper werdender Ressourcen werden die Unternehmen erfolgreich sein, die beginnen, Rohstoffe in Kreisläufen zu denken. Mit Rohstoffen meinen wir jegliche Form von Energieeinsatz – von der Verpackung über Nahrungsformen bis hin zur Mobilität. Es ist nicht der einfachste Weg, aber der nachhaltigste.

Auf welchen Aspekt eures Unternehmens seid ihr besonders stolz?

In 2030 werden wir gesellschaftlich riesige Schritte in die oben beschriebene Richtung gemacht haben. Wir werden Energie und Ressourcen deutlich effizienter einsetzen und große Schritte weg vom linearen Einweg-Wegwerfsystem hin zur Kreislaufwirtschaft gemacht haben. Wir befinden uns derzeit in einem großen Umbruch, bei dem jeder einzelne in die Verantwortung genommen wird und das nun auch jedem bewusst wird.
Der Markenname SEA ME lenkt bereits das Bewusstsein auf das Meer und unsere Ressourcen und appelliert mit ME an die Eigenverantwortung der Konsumenten. Jeder kann etwas dazu beitragen. Es geht um MICH, es ist aber auch für MICH.
Wir sind besonders stolz, dass es sich lohnt, nicht den einfachsten, aber den nachhaltigsten Weg zu gehen. Die Türen öffnen sich langsam, was uns zeigt, dass sich der Aufwand lohnt und wir tatsächlich etwas bewegen können. SEA ME revolutioniert mit seinem innovativen Mehrwegsystem gerade den deutschen Handel.

Was ist sturbock für euch?

Eine tolle Plattform, die den Anspruch an einen nachhaltigen Lebensstil mit gutem Design und Geschmack verbindet. Deswegen finden wir passt SEA ME auch gut in dieses Umfeld 🙂